Termine
26. November 2021 – 5. Dezember 2021

Booky McBookface

Booky McBookface im Delphi Schowpalast Die Bücherolympiade mit großem Veranstaltungsprogramm 26. 11. – 5. 12. 2021

Öffnungszeiten jeweils ab 14 Uhr 26. 11. – 28. 11 und 2. – 5. 12. 2021 (Montag und Dienstag geschlossen)

Delphi Schowpalast, Eimsbütteler Chaussee 5, 20259 Hamburg

7. November 2021

Die Kapsel und Textem laden ein zu einem Sonntagnachmittag mit Lesung und optischer Untermalung. Es lesen Daniel Falb (Merve) Rudi Nuss (Kapsel) und jemand von Textem.

Hopscotch Reading Room Kurfürstenstraße 14/Haus B, 10785 Berlin ab 16 Uhr

Was das Wunderbare in der Science Fiction angeht – und wir meinen damit nicht eine simple oder kindische Form der Literatur, die sich mit Kriegen im All oder Weltraumreisen beschäftigt –, so geht es nicht aus einem Widerspruch mit den Ergebnissen der Wissenschaft hervor, sondern ist, im Gegenteil, eine Reflexion über ihre Macht und vor allem über ihre Problematik, d. h. ihre Paradoxe, ihre gewagten Hypothesen, die nicht nur die Vernunft, die Wahrscheinlichkeit und die Gewohnheit schockieren, sondern auch die Einbildungskraft, und zwar nicht als Folge eines wildbewegten Phantasiegebildes, sondern durch die strengste Analyse und durch die ehrgeizigste Logik. So gehorchen die Elemente des Wunderbaren einer verborgenen Notwendigkeit. Indem man voraussetzt, daß zu einer gegebenen Epoche nur eine bestimmte Zahl von Wundern oder vorstellbaren Typen von Wundern existiert, die auch zum größten Teil zur erdachten Realität geworden sind, verleiht man der wissenschaftlichen Untersuchung eine Richtung oder schafft erst, um es genauer zu sagen, eine Möglichkeit dazu. (Roger Caillois, Das Bild des Phantastischen. Vom Märchen bis zur Sience Fiction)

In der weltraumtypischen Verzahnung von Fiktion und Wissenschaft zitiert die Studie »Would Contact with Extraterrestrials Benefit or Harm Humanity?« der Pennsylvania State University und der Planetary Science Division der NASA aus dem Jahr 2011 auch Science-Fiction-Werke, bei denen sich Wissenschaftler dann bedienen, wenn ihre eigene Vorstellungskraft endet, während die Autorinnen und Autoren wiederum in den nüchternen wissenschaftlichen Studien nach brauchbaren Motiven suchen – ein endloser Kreislauf der Rekursion, Filterung und Rückkopplung. (Sebastian Burdach, W – Weltraum)

Geospekulationen ist eine »Metaphysik für die Erde im Anthropozän«: Es stellt eine neue, explizit naturalistische und atheistische Metaphysik der Erde vor und zugleich ein Plädoyer für Metaphysik als Wissenschaft dar. Und es ist der Versuch, eine politische Metaphysik für die Erde im Anthropozän zu umreißen, der es gelänge, den Planeten dauerhaft in ein Museum des Holozäns zu verwandeln. (Daniel Falb: Geospekulationen. Metaphysik für die Erde im Anthropozän)

Vor dem japanischen Spielzeugautomaten am ausgetrockneten Kanal des Armurs steht ein umherstreunender Sexroboter, ein Überbleibsel. Seit Dekaden weißt er nicht, was er mit sich anfangen soll, wurde er doch dafür gemacht, Menschen zu befriedigen, ohne dass ihm eine Masturbationsfunktion implementiert wurde. Die ersten Jahre nach dem Schwund der Menschen hatte er versucht, diverse Dinge in der Welt zu befriedigen: Steine, Laternen, Wolkenkratzer, den Himmel über ihm, der sich in seinem großen CRT-Kopf spiegelt, den ihm seine Macher auf seinen Hals montiert hatten, um eine Form retro-niedlicher Resonanzreaktion bei den Kunden auszulösen, denn darauf standen die Robotfuckers: hilflose, traurige Roboter mit veralteter Technik, die Parodie eines Roboters als Fernsehapparat mit Beinen und Armen. (Rudi Nuss: Unwesen der Asche oder: von der niedlichen, toten Welt schreiben)

4. November 2021

Buchpräsentation: Chinesisches Gewebe, Regine Steenbock im Gespräch mit Anja Dreschke. 19 Uhr. Kunsthaus Hamburg. Klosterwall 15

Anmeldung unter register@kunsthaushamburg.de Eintritt frei. Es gilt die 3G Regel. Bitten bringen Sie einen entsprechenden Nachweis mit.

Zwischen 2016 und 2018 hat die Künstlerin und Modedesignerin Regine Steenbock im Rahmen einer 13-monatigen künstlerischen Feldforschung die Textilkultur der Miao im südlichen China mit der Kamera erforscht. Im Gespräch mit der visuellen Anthropologin Anja Dreschke spricht sie über ihr Bilderbuch Chinesisches Gewebe, das 350 Fotografien versammelt, die in einer bildreichen Beschreibung die hybriden Kleidungspraktiken der Miao zwischen Tradition und Moderne entfalten. Das Buch geht der komplex codierten Textilsprache der Miao nach, die bis Mitte des 20. Jahrhunderts weitgehend eine Schriftsprache ersetzte und untersucht insbesondere die Verschiebungen, die sich in Interaktion mit der global fluktuierenden fast fashion ergeben. Regine Steenbock ist Künstlerin, Filmemacherin und Modedesignerin. Medienübergreifend geht es ihr um eine künstlerische Erforschung der conditio humana wie sie sich im sozialen Alltagsleben widerspiegelt. Nach einem Studium an der Städelschule in der Filmklasse von Peter Kubelka war sie von 1982 bis 1993 als Filme-macherin tätig. 1994 wechselte sie zur Mode und gründete 2001 ihr Modelabel Sium, mit dem sie bis 2015 eigene Läden in Berlin und Hamburg führte. Von 2016 bis 2018 unterrichtete sie Modedesign an der Beijing Normal University in Zhuhai in China und betrieb in Südchina künstlerische Feldforschung zur Textilsprache der Miao. Die Publikation Chinesisches Gewebe erschien im September 2020 als gedrucktes Buch beim Textem Verlag Hamburg und als E-book bei Eeclectic Berlin. 2021 stellte sie ihren 5-teiligen Film Chinese Weave fertig und knüpfte damit erstmals wieder an ihre frühere Tätigkeit als Filmemacherin an.

Anja Dreschke ist Ethnologin, Filmemacherin und Kuratorin. Ihre Forschungsinteressen und Veröffentlichungen liegen im Bereich von Theorie und Praxis audiovisueller Medien an der Schnittstelle von experimenteller Ethnografie und künstlerischer Forschung.

Archiv
3. September 2021

Textem auf der Indiecon im Oberhafen, Hamburg 3. bis 5. September 2021

Textem auf der Indiecon im Oberhafen, Hamburg 3. bis 5. September 2021

Indiecon is a joint effort of independent magazine, book, art print and zine publishers from all over the world. The three-day publishing festival is based at Hamburg’s Oberhafen, a former freight yard now creative quarter right in the city centre.

Doors open:
3 SEP: 3PM — 6PM
4 SEP: 10AM — 6PM
5 SEP: 10AM — 6PM

www.indiecon-festival.com

23. August 2021

Donata Rigg

Auch in diesem Sommer laden wir Euch wieder aufs Dach des HKW zu einem (AT)-Special ein!

Vom Ende her betrachten Donata Rigg (Die Facette) und Christina Maria Landerl (Alles von mir) die Geschehnisse: Träume und Lebenskonzepte, Liebesbeziehungen und Freundschaften sind gescheitert, und auch die vielzitierte Option auf Selbstverwirklichung birgt nichts Verheißungsvolles mehr. Beide Bücher handeln von Menschen in ihrer Zeit, von Frauen an entscheidenden Punkten in ihrem Leben; etwas hat geendet, und etwas anderes wird beginnen, bestimmt. Erfährt im Grunde nicht jede Geschichte vom Ende her ihre eigentliche Bedeutung?

An einem der letzten Sommerabende werden wir aus Die Facette (Textem Verlag) hören, einem Hamburgroman, der von brüchigen Identitätskonstruktionen im künstlerischen Prekariat erzählt, das den Glanz der Bohème endgültig verloren hat. Außerdem aus Alles von mir (Müry Salzmann), einer Road Novel, die ihrer Protagonistin auf einer Reise durch die Südstaaten der USA folgt, die sie an Orte aus den Biographien bedeutender Sängerinnen wie Billie Holiday führt – aber auch in ihre eigene Vergangenheit.

DieMusik zum Sommerende kommt von Berlins bestem Geheimtipp, Maria Kamutzki, die neue Songs präsentieren wird. Durch den Abend führt uns Esther Becker.

Es wird noch einmal warm und schön werden auf dem Dach des HKW, es wird kühle Getränke und Snacks am Kiosk geben, und natürlich frische Luft und Abstände. (Es gelten die Hygieneregeln der Außengastronomie).

Der Eintritt ist frei, was es euch ermöglichen soll, ein Buch mit nach Hause zu nehmen.

Bitte meldet euch im Vorhinein bei uns an: arbeitstitel.lesereihe(at)gmail.com Wir freuen uns auf euch!

Wir bedanken uns bei der Kampagne der Literaturhäuser #zweiterfruehling für die Unterstützung der Veranstaltung.

HAUS DER KULTUREN DER WELT

John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin