Dieses Buch nimmt die spezifische Oberfläche der Camouflage im Sinn einer symbolischen Ordnung des ästhetischen und gesellschaftlichen Visuellen in den Blick. Camouflage als Design wie als Aktivität oder Verhaltensmuster berichtet von der Kodierung von Räumen und Subjektivitäten. Die knapp hundertfünfzigjährige Geschichte der Camouflage zeigt sich zunächst als eine opto-ästhetische. Militärhistorisch, wahrnehmungs und gestalttheoretisch sowie in der Kunsthistorie wurde Tarnung erst später ein prominentes Thema. Mit dem Ziel, Sichtbarkeit zu reduzieren oder temporär gar Unsichtbarkeit herzustellen, wirken in der Camouflage geografisch begriffener Raum, Gestaltung und optische Medien zusammen. Heute und auf den zivilen Bereich übertragen operiert soziopolitische Tarnung mit spezifischer Sichtbarkeit; dieselbe Strategie, dieselben Muster, die einst Deckung versprachen und kontextabhängig noch immer versprechen, werden nun eingesetzt, um Repräsentation zu reklamieren wie sich ihr zu verweigern.
Hanne Loreck ist Professorin für Kunst- und Kulturwissenschaften / Gender Studies an der HFBK Hamburg.
Hanne Loreck
Camouflage
Zur Kunst und Kulturgeschichte des Tarnens
Campo Bd. 11
Hg. Nora Sdun, Gustav Mechlenburg, Christoph Steinegger
280 Seiten
18,00 Euro
Sprache: Deutsch
Design: Christoph Steinegger
Maße: 20,5 x 13,5 cm
ISBN: 978-3-86485-358-6
Hamburg 2026